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Vergangene Veranstaltungen des Literaturforums Dresden e. V.

2016

 

 

Dienstag, den 7. Juni 2016, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Corinna Popp (Hamburg) liest aus Alain Badious Theaterstück "Der Vorfall bei Antiochien" und aus der "Rhapsodie für das Theater" und spricht mit Patrick Beck über die politischen Aufgaben des Theaters.
Die Hamburgerin Corinna Popp übersetzte bisher drei französische Philosophen und Dichter ins Deutsche: Alain Badiou, Antoine de Saint-Exupéry und Frédéric Schiffter.
Eine Leidenschaft des 1937 geborenen französischen Philosophen Alain Badiou (vor drei Jahren Gast des Literaturforums) ist das Theater. Alain Badiou unterscheidet in seiner „Rhapsodie für das Theater. Kurze philosophische Abhandlung“ zwei Arten des Theaters. Auch wenn es komplett ausverkauft ist, zählt das schlechte „Theater“ nicht, da es nichts will als seine „obszönen Abendeinnahmen“. Kunst ist dort bloß ein Ornament. Das wahre Theater hingegen „ist nicht zum Vergnügen da, das vielleicht als Zugabe hinzukommt, sondern zum Denken“. Es verbreitet Wahrheiten, die im Wesen politisch sind. Es sagt „immer etwas über den Staat und letztlich über seinen Zustand“. Alain Badiou fordert: „Die Anwesenheit in den Theatern muss zur Pflicht gemacht werden“.
Das Theaterstück „Der Vorfall bei Antiochien“ schrieb Alain Badiou zwischen 1984 und 1989. Das Wirtschafts- und Parteiensystem in einem demokratischen Land ist in einer schweren Krise. Doch dem Sieg einer revolutionären Gruppe folgt weitere Gewalt. Das Stück geht der Frage nach, wie man einen Staat gründen kann, der nicht seinerseits wieder in einer Ordnung erstarrt. „Sich aus einer hierarchisch organisierten Ordnung wegzudenken.“, erklärt Paula, die Hauptfigur des Stücks, „Ich vertraue auf die unendliche Befreiung...“.
Corinna Popp studierte an der Sorbonne Nouvelle in Paris Theaterwissenschaft und Deutsche Sprachwissenschaft. Sie war Regieassistentin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und arbeitet heute als freie Regisseurin und Übersetzerin aus dem Französischen. Sie hat u.a. zwei Essays des französischen Philosophen Frédéric Schiffter übersetzt sowie eine Neuübersetzung von „Der Kleine Prinz“ und „Die Erde der Menschen“ von Antoine de Saint-Exupéry verfasst. Für letztere erhielt sie 2015 den Hamburger Übersetzerpreis.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Donnerstag, den 19. Mai 2016, 20 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Håkan Sandell (Oslo) liest Gedichte.
Fast mit Bedauern konstatiert der schwedische Autor Håkan Sandell in einem seiner Gedichte, dass ein Engel sich "nie wie ein Schneefall" auf seinem Bett niederlegen, sondern in der Wohnung "nur einige Spuren, vor dem Auge flackernd" hinterlassen wird. Und dennoch vermag er ihn, damit auf der Spur der Romantiker wandelnd, sehr genau zu beschreiben.
Sandell, der seit 1998 in Oslo lebt, ist einer der großen Dichter Schwedens. Der Avantgarde eher skeptisch gegenüberstehend ("ich bin eher `Retrogarde´", sagt er von sich), knüpft er an das an, was man das "ewige" in der Dichtkunst nennen könnte. Dabei ist seine Poesie alles andere als "altmodisch". Nur kommt sie mehr aus dem Traum und dem Mythos als etwa aus der Wissenschaftsgeschichte.
Es gibt in seinen Versen Bezüge zur Musik, zu Orpheus, Odysseus und zu anderen antike Gestalten - und es gibt Überlegungen zur Transzendenz und zur Herzensbildung der Romantik. Mit "Tagebuch, Abendwolken" erweist Sandell sich als einer der Dichter, die sich sehr genau in der großen Tradition der europäischen Geistesgeschichte zu verorten wissen und diese mit Bedacht und ohne Hybris weiterentwickeln. Und: er ist ein begnadeter Vortragskünstler: Sandells Lesungen und Auftritte sind vollkommen unaffektiert, aber aufgrund ihres rhythmischen Charakters von geradezu beschwörerischer Qualität.
In Dresden wird er aus "Tagebuch, Abendwolken" vortragen. Außerdem wird er über seine geplante Anthologie schwedischer Lyrik sprechen.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf deutsch und schwedisch. Dolmetscherin: Margitt Lehbert.
Anreise: Linie 10, 13 Großer Garten, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Die ursprünglich für Donnerstag, den 19. Mai 2016, im Deutschen Hygiene-Museum Dresden geplante Lesung mit dem australischen Dichter Les Murray muss aus gesundheitlichen Gründen leider entfallen.

Donnerstag, den 7. April 2016, 20 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Milo De Angelis (Mailand) liest Gedichte und spricht mit Patrick Beck über die Fremdheit des Menschen in der Welt
Milo De Angelis entfaltet in seinen Gedichten den Moment in all seinen Dimensionen. Er vermag es, mit wenigen Worten die metaphysischen Tiefen eines einzigen Augenblicks aufzurufen. Er trifft das Lebensgefühl einer ganzen Generation: Fremder zu sein in einer unüberschaubaren Welt: "Sogar jetzt ... nur / Angst den Faden zu verlieren." Auch wenn die Gedichte zum Teil ganz konkret in den Randgebieten von Mailand verortet sind, etwa vor einem Einkaufszentrum oder auf Sportplätzen, so sind die Momente an diesen Orten doch wesentlich auch Schnittpunkte zwischen Diesseits und Jenseits, Ich und Welt, Vergangenheit und Zukunft. Die Gedichte zeigen eine immer mehr in Vergessenheit geratene Selbstverständlichkeit: Das Reale ist das Transzendente.
Milo De Angelis, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dichter Italiens, wurde 1951 in Mailand geboren, studierte italienische Literatur und Philologie in Mailand und Montpellier. Bis heute schrieb er acht Gedichtbände, der erste erschien 1975. Auch als Übersetzer aus dem Lateinischen (Vergil) und aus dem Französischen (Racine, Baudelaire, Blanchot) ins Italienische zeichnete sich Milo De Angelis aus. Der - lang erwartete - erste ins Deutsche übersetzte Gedichtband "Alphabet des Augenblicks" mit einer Auswahl der Gedichte Milo De Angelis erschien vor zwei Jahren. Milo De Angelis erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Premio Viareggio und den Premio Stephen Dedalus.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf deutsch und italienisch. Dolmetscherin: Roberta Gado.
Anreise: Linie 10, 13 Großer Garten, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Mittwoch, den 2. März 2016, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Gerhard Falkner liest neue Gedichte und Prosa
1989, nachdem soeben sein dritter Gedichtband "wemut" erschienen war, kündigte der Lyriker, Dramatiker und Essayist Gerhard Falkner an, er würde nun keine Gedichte mehr veröffentlichen. Er habe, erklärte er später diesen Schritt, "den Text vor der Personalisierung schützen" wollen, "da ich ihn nicht als Vehikel zu sehen bereit war für die `Veröffentlichung´ seines Autors." Auch wenn Falkner sich dann doch im Jahr 2000 mit seinem vierten Band "Endogene Gedichte" wieder als Lyriker zurückmeldete, blieb er sich darin treu, nie einem Personalstil zu huldigen. Denn dieser Dichter verachtet nichts so sehr wie die "poetische Wahlwiederholung", die einen Autor in die Falle seines "gefundenen oder (für das Gedicht tödlichen) eloquenten Stils" locke. Der 1951 geborene Gerhard Falkner wendet in seiner Dichtung Empfindlichstes in Widerständiges und sagt von sich: "Ich bin kein Vielschreiber. Ich schreibe fast nur, wenn ich erschrecke." Zuletzt erschienen von ihm die Novelle "Bruno" und die Gedichtbände "Pergamon Poems" (2012) und "Ignatien. Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs" (2014).

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Donnerstag, den 4. Februar 2016, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Werner Söllner frankfurt (Main)/Rumänien) liest aus seinem Gedichtband "Knochenmusik"
Der 1951 in Horia (Rumänien) geborene Dichter Werner Söllner ist keiner, dem die Antworten wie Pilze aus der Tasche fallen. Er geht behutsam mit den Dingen der Welt um und hat mehr Fragen als Antworten. Auch an sich selbst gerichtet. Das "Ich" in seinen Gedichten ist ein problematisches, kein Überbordendes und keines, das als "Axt in der Hand" auftritt. Söllner möchten den Anderen ihr Geheimnis lassen - das für den einen, wie er sagt, "ein Abgrund", für den anderen "eine Brücke über den Abgrund" ist. "Ist es meine Wahrheit, vor der / ich erschrecke, oder ist es / die Wahrheit der Anderen? Und welche / von beiden ist schlimmer?" 1992 war im Zürcher Ammann Verlag Werner Söllners Gedichtband "Der Schlaf des Trommlers" erschienen. Fast ein Vierteljahrhundert später überrascht dieser "Dichter des Unspektakulären" (Eva Demski) nun mit einem neuen Buch, "Knochenmusik". Es passt nicht in die Zeit, dass jemand so sorgsam arbeitet, aber ist Söllner ein Unzeitgemäßer?

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Dienstag, den 12. Januar 2016, 19 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LESENACHT DES LITERATURFORUMS
poesie.labor
Mit Autoren des Literaturforums Dresden und Gästen.
Am Schreibtisch haben sie geschrieben. In Zügen. Auf Bergen. In Kellern. Auf Wiesen. In Büros. In Cafès. Sitzend. Stehend. Gehend. Liegend. Mit Bleistiften. Kugelschreibern. Gelstiften. Füllfederhaltern. Gänsekielen. Tastaturen. Haben ihre Werke in Holz geritzt. In Ton. In Stein. Am Morgen. Am Abend. In der Nacht. Vers für Vers. Wort für Wort. Laut für Laut. Strich auf Strich. Ein Jahr verging seit der letzten Lesenacht. Jetzt stellen sie ihre neuen Texte und Bücher vor:
Kerstin Becker, deren zweiter Gedichtband im Frühjahr bei der edition azur angekündigt ist, Marit Heuß, die 2014 den Kammweg-Literaturpreis erhielt, der Schriftsteller und Komponist Asmus Trautsch, der den Band "Treibbojen" veröffentlichte, Undine Materni, von der zuletzt das Buch "Das abwesende Haus meines Vaters" erschien, Manuela Bibrach, die 2012 den Irseer Pegasus erhielt, der Lyriker und Antiquar Patrick Wilden, ein Autor der Reihe "Zündblättchen", die von der Meißner Künstlerin Else Gold herausgegeben wird, Benedikt Dyrlich, ein sorbischer Schriftsteller, Politiker und Journalist mit einem umfangreichen Werk, und Uwe Hübner, veröffentlichte zuletzt "Jäger Gejagte".

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.
Eintritt: frei!

 

 

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