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Vergangene Veranstaltungen des Literaturforums Dresden e. V.

2017

 

Dienstag, den 13. Juni 2017, 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Lesung und Gespräch mit Dana Ranga
Drei Filme drehte Danga Ranga über Kosmonauten, eine über den Story Musgrave, einer über Waleri Poljakow, der mit 437 Tagen bis heute den Weltrekord für den am längsten dauernden Weltraumflug hält, und einen über Jean-François Clervoy. Hier, wie auch in ihren Gedichtbänden, geht sie unter anderem der Frage nach, wie sich Menschen verändern, die in eigentlich menschenfeindlichen Gebieten leben. "Wenn man auf der Grenze lebt", sagt Musgrave im Film, "braucht die Gesellschaft eine Zeit, um zu verstehen, wer du bist, und was du ihr geben kannst."
In "Wasserbuch", dem Debütband der 1964 in Bukarest geborenen Autorin Dana Ranga, sind ihre Gedichte Stationen einer Reise in die Tiefe der Ozeane. Auch in ihrem zweiten Band, "Hauthaus", geht es um verborgene Landschaften. Dieses Mal sind es allerdings subkutane: Das Herz, die Schilddrüse, die Leber oder der Magen sind die Protagonisten dieses Buches, sie werden befragt und untersucht. und doch unterscheidet sich Dana Rangas Blick von dem der Mediziner, fehlt jenen trotz Messer und Mikroskop doch der Sinn für die Bedeutung des Belebten: "sie zeichnen auf / sie knacken Zell-Codes / erfahrene Hacker der Lust / Diebe der Intimität / sie suchen das Leben mit dem Skalpell und triumphieren / bei jedem Examen / und doch wissen sie nichts über sich / über Schönheit und Liebe".
Dana Ranga studierte Medizin an der Universität Bukarest, später wechselte sie nach Berlin an die Freie Universität, wo sie Publizistik, Kunstgeschichte und Filmtheorie studierte. Dana Ranga arbeitet als Schriftstellerin und Filmemacherin in Berlin.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden.
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 10, 13 Georg-Arnold-Bad, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Dienstag, den 23. Mai 2017, 19 Uhr im Japanischen Palais, Palaisplatz 11, 1. Etage
Der deutsch-arabische Lyrik-Salon
Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften. Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen.
Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon nach Dresden. Es lesen: Undine Materni, Fouad EL-Auwad, Mohamad Alaaedin Abdul und Volker Sielaff. Ihre Gedichte sind jeweils in beiden Sprachen zu hören. Zwischen den Lesungen setzt der syrische Musiker Razgar Karim mit seiner Saz musikalische Zäsuren. Moderation: Patrick Beck.
Eigens für den Abend werden auch die Prolog-Ausstellung und das Damaskuszimmer geöffnet sein.
Razgar Karim, geb. 1965 in Erbil (Irak), studierte dort Musik
Fouad EL-Auwad, geb. 1965 in Damaskus (Syrien), lebt in München. Lyriker, Erzähler, bildender Künstler, Übersetzer, Publizist, Herausgeber sowie Initiator und Kurator des "Deutsch-Arabischen Lyriksalons".
Mohamad Alaaedin Abdul Moula, geb. 1965 in Homs (Syrien), veröffentlicht seit 1983 in Syrien Gedichte, Essays, Kindergeschichten, Kurzgeschichten und Forschungsarbeiten. Lebt seit Ende November 2015 als achter Hannah Arendt-Stipendiat für zwei Jahre in Hannover.
Undine Materni, geb. 1963 in Sangerhausen. Freie Autorin, Lektorin und Publizistin, u. a. bei der Sächsischen Zeitung. Letzte Veröffentlichung: "Das abwesende Haus meines Vaters"; Gedichte und Kurzprosa.
Volker Sielaff, geb. 1966 in Großröhrsdorf. Lebt als Autor in Dresden. Letzte Veröffentlichung: "Überall Welt"; ein Journal.
Eine Veranstaltung der Kunstbibliothek der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e.V.
Lesung und Gespräch auf Deutsch und Arabisch.

 

Mittwoch, den 10. Mai 2017, 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Die japanisch-deutsche Autorin Yoko Tawada liest aus ihrem Buch "Ein Balkonplatz für flüchtige Abende" (konkursbuch Verlag, 2016) und dem Essayband "akzentfrei".
Yoko Tawada wurde als Tochter eines Buchhändlers in Tokio geboren, sie studierte zuerst in Japan, später in Hamburg Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Ihre Gedichte, Romane und Essays schreibt sie auf Deutsch und Japanisch. Einflüsse der einen gehen oft in die andere Sprache über: "Den Klang-, Schrift- und Sprachbildern, denen die Schreibende auf ihren Übergängen zwischen verschiedenen Schriftordnungen begegnet, entlockt ihr studierendes Schreiben eine Fülle an Beobachtungen", schreibt dazu die Literaturwissenschaftlerin Siegrid Weigel. Das Buch mit dem Titel "Tawada von zwei Seiten - Eine Dialektüre in Stichworten", welches als eine Art "Tawada-Glossar" gesehen werden kann, gibt Auskunft über die Begriffe und Themen, die sich wie ein roter Faden durch das Werk der Autorin ziehen: Auge, Asien, Finger, Fisch, Haut, Ohr, Schriftzeichen, Stein, Stimme, Tier und Zunge. Auch auf das Motiv des Dolmetschers / Übersetzers wird hingewiesen.
In ihrem Essayband "akzentfrei" beschäftigt sich Tawada mit den kreativen Aspekten des Akzents: "Der Akzent bringt unerwartet zwei Wörter zusammen, die normalerweise nicht ähnlich klingen. In meinem Akzent hören sich die Zelle und die Seele ähnlich an", so Tawada.
Yoko Tawadas Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt, u.a. soeben, 2016, mit dem renommierten Kleist-Preis. Tawada lebt heute in Berlin.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden.
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 10, 13 Georg-Arnold-Bad, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Achtung! Bedauerlicherweise musste das für Freitag, den 28. April geplante Passagen-Gespräch mit Alain Badiou aus Krankheitsgründen auf Herbst 2017 verschoben werden.
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE: Passagen Gespräch mit Alain Badiou
Im ersten Dresdner Passagen Gespräch diskutieren der Philosoph Alain Badiou und Passagen Verleger Peter Engelmann über Strategien politischer Intervention.
In der aktuellen Situation, in der die sozialen Unterschiede immer größer werden, in der Europa zu zerfallen droht und die Krise der parlamentarischen Demokratien die Menschen immer mehr den populistischen Parteien in die Hände treibt, ist es unumgänglich eine politische Alternative zu entwickeln. Das sagt zumindest Alain Badiou, für den diese Alternative zum globalisierten Kapitalismus nur in der Erneuerung der Idee des Kommunismus bestehen kann. Dass bei dieser Wiedererweckung des kommunistischen Gespenstes auch Vorsicht geboten ist, weiß Verleger Peter Engelmann, dem die Repressionen totalitärer sozialistischer Regime nicht nur aus der Theorie vertraut sind. Im kontroversen Gespräch diskutieren die beiden über die Ursachen von Armut, Migration und Terrorismus und über mögliche Lösungsansätze. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern die Philosophie angesichts der drängenden Probleme der Gegenwart ein Umdenken ermöglichen könnte, das den ersten Schritt zu einem radikalen Bruch mit der Logik der gegenwärtigen Welt darstellt.
Alain Badiou ist Philosoph, politischer Aktivist, Mathematiker und Literat. Er zählt zu den bedeutendsten und meist diskutierten philosophisch-politischen Denkern der Gegenwart und ist Verfechter der Idee des Kommunismus. Alain Badiou leitete die philosophische Fakultät der École normale supérieure in Paris.
Peter Engelmann ist Verleger, Philosoph und Herausgeber zahlreicher Texte der französischen Philosophen der Postmoderne und Dekonstruktion.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem Passagen Verlag Wien.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Die Veranstaltung wird zusätzlich gefördert von Institut Français und "Frankfurt auf Französisch".
Gespräch auf Französisch und Deutsch. Dolmetscher: Ralf Tauchmann.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Montag, den 24. April 2017, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Der Schweizer Autor Arno Camenisch liest Prosa und Gedichte.
Mit dem Buch "Sez Ner" wurde der Schweizer Schriftsteller Arno Camenisch bekannt. Auf der Alp Stavonas an der Flanke des Piz Sezner leben der Senn, der Zusenn und zwei Hirten für einen Sommer. Es sind kurze Fragmente, ein Puzzle, das sich beim Lesen nach und nach zu einem Bild des Lebens auf der Alp zusammensetzt. Neben den Älplern, den Kühen, Schweinen, Hunden und der Ziege begegnet man Bauern, dem Milchmesser und dem Fabelwesen Fazandin, sowie gelegentlich wie Erscheinungen vorüberziehenden Touristen: "Die Ziege steht auf dem Brunnenrand, die Touristen fotografieren. Die Ziege trinkt, die Touristen fotografieren." Die Welt auf der Alp ist eine unmittelbare, ungefilterte, ganz direkte Welt, in der jedes Ding das ist, was es ist. Es gibt nichts anderes.
Zuletzt erschienen von Arno Camenisch der "Die Kur" und der Kurzgeschichtenband "Die Launen des Tages". In "Die Kur" verschlägt es älteres Ehepaar wegen eines Gewinns für ein paar Tage in ein Fünf-Sterne-Luxushotel. Während sie ihre Sehnsüchte wieder aufleben spürt, fühlt er sich wie auf dem letzten Gang. "Die Launen des Tages" enthält 22 Kurzgeschichten: Begegnungen machen das Leben aus, und es ist die Liebe, die es am Laufen erhält (Klappentext).
Arno Camenisch wurde 1978 in Danis-Tavanasa in Graubünden geboren. Zunächst absolvierte er ein Lehrerstudium, später studierte er am Schweizerischen Literaturinstitu in Biel. Er schreibt auf Rätoromanisch und Deutsch. Sein Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Schweizer Literaturpreis. Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Freitag, den 27. Januar 2017, 19.30 Uhr in der Présence, Altrochwitz 10, 01326 Dresden
EDER spielt BURTEVITZ
"axia" - Eine abendfüllende Klavierkomposition von Thuon Burtevitz mit komponierter Stimmung.
(Foto: Stefan Eder)
Noch vor gut 200 Jahren betraf die Suche nach der richtigen Stimmung des Klaviers zugleich die gesamte Weltordnung. Die Stimmung sollte der kosmisch-göttlichen Harmonie entsprechen. Vorherrschend ist heute, vor allem aus praktischen Gründen, die gleichschwebend temperierte Stimmung. Andere Stimmungen werden fast nur bei Aufführungen "Alter Musik" und in außereuropäischen Traditionen verwendet. Für die abendfüllende Klavierkomposition "axia" hat die Komponistin Thuon Burtevitz eine eigene Stimmung komponiert. "axia" ist eine an Melodien und Rhythmen überaus reiche, sehr sinnliche Musik.
Thuon Burtevitz wurde 1973 in Halle / Saale geboren. Sie studierte Komposition bei Jörg Herchet an der Musikhochschule Dresden und als Meisterschülerin von Dimitri Terzakis an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Für "Rabba in Sard..." erhielt sie den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart. Sie lebt heute als freischaffende Komponistin in Dresden.
Aufgeführt wird "axia" vom Dresdner Pianisten Stefan Eder. Er wurde 1962 in München geboren, studierte er Klavier in München und Dresden. Schwerpunkt seines Schaffens ist die Aufführung von Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Er ist zudem Pianist im mittlerweile legendären elole-Klaviertrio.
Der Abend ist zugleich die Eröffnung des neuen Konzertsaales der "Présence" in Dresden-Rochwitz. Stefan Eder hat die Scheune eines ehemaligen Bauernhofs zu einem Konzertsaal ausgebaut. "Présence" ist gedacht als Stätte gegenwärtiger Musik, Kunst und Literatur.

Présence in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e. V.
Anreise: Linien 84, 309 Hutbergstraße.

 

Dienstag, den 17. Januar 2017, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Anja Golob (Slowenien) liest aus ihrem Gedichtband "ab und zu neigungen".
(Foto: Jost Franko)
 Der Übersetzer Peter Urban-Halle nannte sie in der "Neuen Zürcher Zeitung" schlicht "eine Entdeckung": die 1976 geborene slowenische Autorin, Publizistin und Dramaturgin Anja Golob. Für die slowenische Tageszeitung "Vecer" schrieb sie Kolumnen und Theaterkritiken. 2010 erschien ihr erster Gedichtband "V roki" (In der Hand), 2013 ihr zweiter, "Vesa v zgibi" und vor einem Jahr ihre erste Publikation auf Deutsch, unter dem vieldeutigen Titel "ab und zu neigungen" im Hochroth Verlag Berlin. 2013 erhielt sie den wichtigsten Lyrikpreis ihres Landes, den Jenko-Preis, den sie annahm, nicht jedoch das Preisgeld, das aus einer privaten Hand stammte, "die ihr nicht sauber vorkam" (Urban-Halle). Ihre Gedichte "sind sehr persönlich und nehmen sogleich wieder Abstand davon, um sich ins Allgemeine zu weiten; sie sind stocknüchtern und dann wiederum sehr zart; sind mal klug und verspielt, mal nachdenklich und mit einem Schuß absurden Humors versehen", schreibt Jürgen Brocan über Golobs Lyrik. Anja Golob in einem ihrer Gedichte: «Wir tragen Licht, wir geben Körper, damit, was wir lieben, Zeit und Form gewinnt.»

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung auf Slowenisch und Deutsch, Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

 

 

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